Donnerstag 4. Dezember 2008


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Mit Qigong zu mehr Lebenskraft und zu mehr Ruhe

WAS IST QIGONG?

Qigong ist ein Überbegriff und umfaßt eine Vielzahl an Übungen, die der Verbesserung und Verlängerung des Lebens dienen. Qigong bedeutet durch achtsames Üben die Lebenskraft zu stärken und die körperlich-geistig-seelische Energie zu harmonisieren. Nach chinesischer Vorstellung ist „Qi“ eine Kraft, die alle Lebewesen und die gesamte Natur durchströmt. „Gong“ bedeutet Übung. Mit Hilfe von ausgewogenen Bewegungen, geistiger Sammlung und gezielter Vorstellung sowie vertiefendem Atem wird sowohl das körperliche als auch das seelische Wohlbefinden spürbar verbessert.


WOHER KOMMT QIGONG?

Qigong ist eine Ganzheitsmethode und arbeitet mit denselben Vorstellungen von Energie und Meridianen, wie die Traditionelle chinesische Medizin (= TCM), die bei uns vor allem durch die Akupunktur bekannt geworden ist.

So hat man in China neben den uns bekannten Leitbahnen wie Venen und Arterien auch unsichtbare, aber spürbare Leitbahnen, die Meridiane entdeckt. In ihnen zirkuliert das Qi und auf diesen Meridianen liegen die „Tore der Energie“, über die wir den Qi Fluß beeinflussen können.

Gesundheit definiert sich als ein Zustand der Ausgewogenheit der polaren Kräfte Yin und Yang; sowie ein harmonisches Fließen der Lebenskraft „Qi“. Das Leben wird bestimmt vom dynamischen Wechselspiel dieser beiden Kräfte, welche für alle Polaritäten wie Himmel-Erde, männlich-weiblich, kalt-warm usw. stehen. Nach Aktivität folgt Ruhe, aus der Ruhe entsteht Aktivität. Nach einer Phase des Sich-Öffnens, des Austausches mit anderen, verstärkt sich das Bedürfnis nach innerer Sammlung. Jede Stagnation (Verharren in einem Pol) stört das Gleichgewicht und begünstigt das Entstehen von Krankheiten.

So sind auch die Übungen durch ständigen Wandel von Spannung – Entspannung, Expansion Kontraktion, Steigen und Sinken usw. gekennzeichnet. Der fortlaufende Bewegungsfluß macht uns geistige und körperliche Verhärtungen bewußt, in jeder Qigong Übung wird die Ruhe in der Bewegung und die Bewegung in der Ruhe gesucht.

WIE VIELE ARTEN VON QIGONG GIBT ES?

Es gibt fast über 1000 verschiedene Arten von Qigong, diese können nach vier Aspekten eingeteilt werden:

Nach der Schulrichtung

  • medizinische
  • buddhistische
  • daoistische
  • konfuzianische
  • und die Kampfschule

Nach der Verwendung

  • Medizin
  • Gesundheitsvorsorge
  • Kampfkunst

Nach den Formen

  • Bewegungs-Qigong
  • Ruhe-Qigong

Nach der Methode

  • es gibt sehr, sehr viele Methoden

WIE WIRKT Qigong?

Traditionelles Qigong wirkt immer ganzheitlich auf Körper, Geist und Seele. Harmonische Bewegungen und konzentrierte Ruhe, fallen zunächst an einem Menschen auf, der Qigong übt. Mit der Zeit spüren Sie, wie Wärme in Ihnen entsteht und sich ein Gefühl der Lebendigkeit ausbreitet, aber auch Ruhe, Entspannung und Freude. Qi, die Lebenskraft wird angeregt und durch Gong, das achtsame Üben, gekräftigt. Es entfaltet seine positive Wirkung auf Wirbelsäule, Gelenke und alle inneren Organe.

WEITERE WIRKUNGEN SIND UNTER ANDEREM:

  • Lösung von Verspannungen und energetischen Blockaden
  • Verbesserung der Beweglichkeit und Konzentration (Bewegungen richtig auszuführen, so daß wir nicht ermüden und unsere Gelenke schonen)
  • Zentrierung und heitere Gelassenheit, Humor und Vertrauen in das Leben
  • rasche Regeneration und Aufbau der Energiereserven, Anregung der Selbstheilung
  • Energiefluß wird angeregt
  • Verbesserung der Vorstellungskraft und Nützen von mentalen Reserven, Anregung der Willenskraft
  • Langsamkeit der Bewegung
  • Aufrechte Haltung, Kontakt zum Boden, Stärkung des Rückens
  • Sensibilisierung für den Körper und damit bessere Wahrnehmung für die eigene Belastbarkeit
  • Vertiefte Atmung, bessere Versorgung mit Sauerstoff

Qigongübungen sind ein Mittel für die bewußte Lebensgestaltung. Im Sinne von Yin und Yang soll der Geist zur Ruhe kommen und der Körper sanft und rhythmisch bewegt werden. Einfache Übungen zeigen tief greifende Wirkungen, weil Atem, Bewegung und geistige Sammlung miteinander verbunden werden.
Übe also mit Geist und Herz!!!

AUSBLICK

Qigong bedeutet unter anderem auch sich sammeln, nicht sich ablenken, sondern zurückkehren auf das Wesentliche; in Kontakt treten mit der mich umgebenden Natur, mich einfügen in die Schöpfung. Es ist wichtig, daß Qi immer in Bewegung ist, im chinesischen sagt man: „Fließendes Wasser fault nicht“. Durch Qigong soll das Qi zum harmonischen Fließen gebracht werden. Aus der inneren Ruhe heraus entsteht Achtsamkeit und Präsenz. In der Ruhe kann man die innere Bewegung wahrnehmen und in der Bewegung die Ruhe. In der Stille erst kann sich ein unerschöpfliches Potential an Kraft erschließen - Leben ist Bewegung!

ZIEL

Durch Körperbewegung, Meditation, Atemtechnik und Qigong wollen wir ein langes, gesundes Leben erreichen!

Mit einem Schritt in den Himmel kommen oder einen Tag fleißig üben, 10 Tage faulenzen oder sich mit einmaliger Anstrengung endgültig Ruhe verschaffen zu wollen, nützen nichts. Es braucht Zeit, die einzelnen Schritte des Qigong zu beherrschen.

Wie unterschiedlich die äußeren Formen von Qigong auch sein mögen, liegt jeder Art ein Prinzip zu Grunde, eine „Essenz“. Durch Qigongübungen wird der QI-Fluß im Körper angeregt, verstärkt und das QI vermehrt und gespeichert.

EINFÜHRUNG IN DAS „DAOYIN YANGSHENG GONG

Übersetzt heißt es „Führen des Qi und Dehnen der Glieder, um das Leben zu nähren.

Das Daoyin Yangsheng Gong (= DYYSG) ist ein medizinisch orientierter Qigong-Methodenzyklus, der zur Prävention, Therapie und Rehabilitation von vor allem chronischen Erkrankungen beiträgt.

Dieser Methodenzyklus basiert sowohl auf Grundprinzipien der traditionellen chinesischen als auch auf der westlichen Medizin und ist anwendbar auf verschiedene System- und Organerkrankungen.

Univ. Prof. Guangde ZHANG

Univ. Prof. Guangde ZHANG hat das DYYSG nach Pathogenese, Pathologie, Yin Yang-Prinzip, Meridiansystem und Organlehre sowie fünf Elementen ausgearbeitet und aus eigener Betroffenheit von schweren Erkrankungen entwickelt.


Univ. Prof. Guangde ZHANG wurde 1932 als Sohn einer Arztfamilie in Hebei, China, geboren. Ab 1955 studierte er Wushu (Kampfkunst) an der Beijing-University of Physical Education und arbeitete dort nach seiner Graduierung als Dozent. 1974 diagnostizierten Ärzte eine schwere Krankheit, die aufgrund von Allergien nicht medikamentös behandelt werden konnte. Er begann systematisch, sein Wissen in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) und über die gesunderhaltenden Übungen mit den modernen Theorien über Krankheiten zu verbinden. Basierend auf diesen Kenntnissen und seinem Können im Bereich des Wushu konzipierte er verschiedene Qigong-Übungsmethoden (Methoden des DYYSG) und heilte sich damit selbst.

In China wird seine Methode des medizinischen Qigong vom Gesundheitsministerium offiziell anerkannt und findet Anwendung in Krankenhäusern und Sanatorien bei der Therapie verschiedenster Krankheiten.

Diesem Methodenzyklus liegt folgende Idee zugrunde:
Für fast jede Erkrankung gibt es eine Medizin, dann kann es doch auch für jede Erkrankung ein spezielles Qigong geben. Wie in der Kräuterheilkunde spezifische Bestandteile die Wirkung der Medizin erzielen, so setzt sich im Daoyin Yangsheng Gong eine Qigongübung aus ganz bestimmten Körperhaltungen und Bewegungen, einer bestimmten Atemtechnik und Führung der Vorstellungskraft zusammen, um eine präventive oder therapeutische Wirkung zu erzielen.

Charakteristisch für die Formen dieses medizinischen Qigong "Daoyin Yangsheng Gong" sind spiralförmige Bewegungen der Arme und Beine, das Bewegen der Gelenke in allen möglichen Freiheitsgraden sowie Dreh - und Beugebewegungen von Kopf und Körper.

An Stelle von Nadeln wird mit den Fingern auf Akupunkturpunkte gedrückt und die Meridiane und Muskeln werden massiert. Dies und die Kombination der Atmung und der Schulung des Geistesdurch Aufmerksamkeitsübungen sollen den Effekt des "Empfangens von Stille durch Bewegung" erreichen.

Auch heute kommt es zu einer ständigen Weiterentwicklung der Übungen, und es bilden sich auch immer wieder neue Qigongformen heraus. Die Grundprinzipien der Übungen haben sich im Wesentlichen aber nicht verändert, und basieren noch immer auf den Jahrtausende alten medizinischen Erkenntnissen.

VORTEILE

Medizinische Betrachtungen und Forschungen bei Medizinischen Qigong Praktizierenden haben ergeben, daß sich nach Praktizieren über einen längeren Zeitraum

  • die Lungenkapazität erhöht wird
  • die Atmung verbessert und vertieft wird
  • der pH- Wert reguliert wird
  • die Funktion des Herz- und Gefäßsystems verbessert sich
  • die Beweglichkeit und Greifkraft verbessert bzw. wiederhergestellt wird (z.B. bei Bandscheibenvorfall, Knieverletzungen, Tennisarm ...)
  • das Immunsystem verbessert wird
  • die Funktionen des Gehirns gestärkt werden
  • das vegetative Nervensystem positiv beeinflußt wird
  • Stimmungsschwankungen beseitigt werden
  • zu seelischer Ruhe verhilft und entspannend wirkt
  • Muskeln- Sehnen und Knochen gestärkt werden

Die Übungen werden in Bewegung in Koordination mit der Atmung ausgeführt, wobei ein ruhiger Geist eine entscheidende Rolle spielt. Ein ruhiger Geist, Atmung koordiniert mit der Bewegung (Ausgleich zwischen Yin und Yang) fördern in hohem Maße die Gesundheit.

FORMEN DES MEDIZINISCHEN QIGONG

Die einzelnen Formen haben eine Schwerpunktwirkung, insgesamt sind alle Qigongformen zur Erhaltung des allgemeinen Wohlgefühls und zur Gesunderhaltung geeignet.

Acht Schätze oder Baduanjin

Die Acht Schätze gibt es in verschiedenen Variationen und ist sehr bekannt und auch sehr beliebt. Die Bewegungen sind einfach zu erlernen, es werden alle Organfunktionskreise berücksichtigt. Die Gesundheit und die somit Harmonie zwischen Körper und Geist wird gefördert. Diese Abfolge der Acht Schätze wurde von Prof. Guangde Zhang unter Berücksichtigung der Meridian- und Organlehre sowie der QI-Lehre zusammengestellt.

Meridian-Qigong

Diese Methode wirkt in hohem Maße Immunkraft stärkend, es wird versucht Krankheiten des Atmungs-, Kreislauf- und Verdauungssystems zu vermeiden und zu bekämpfen. Meridian-Qigong hilft vorbeugend und therapeutisch bei Krebs, besonders bei Lungen- und Darmkrebs. Die vier Abschnitte des Meridian-Qigongs sind: Regulation der Meridiane, Zirkulation des QI, Leitung des QI und Einsammeln des QI.

Gesundheitsschützendes-Qigong

Gesundheitspflege durch Selbstregulation ist ein wichtiger Bestandteil der chin. Gesundheitslehre. Wenn die Körperhaltung sowie die innere Aufmerksamkeit und das QI trainiert werden, kann die Gesundheit gefördert und somit das Leben verlängert werden. Beim Gesundheitsschützenden Qigong werden alle Organfunktionskreise berücksichtig, es wirkt somit rundum gesunderhaltend.

Lungen-Qigong

Das Lungen-Qigong bekämpft Atemwegserkrankungen wie Schnupfen, Husten, Erkältung, akute und chronische Bronchitis, Lungenblähung usw. Das Wahre QI (Zhen QI) wird durch die Funktion der Lunge im gesamten Organismus verbreitet, außerdem reguliert die Lunge die Durchlässigkeit für Wasser und Flüssigkeiten im Körper. Lunge reguliert die Widerstandsfähigkeit des Organismus, dass sie das Abwehr-QI zur Haut führt.

Herz-Qigong

Wirkt beruhigend, reguliert den Kreislauf, zur Vorbeugung und Heilung von Herz- und Gefäßerkrankungen. Hilft außerdem bei Nervenschwäche, Entzündungen des Magen-, Darmtraktes, sowie bei Hexenschuß, Hals-, Schulter- und Beinschmerzen.

Muskel- & Knochen-Qigong

Mit dieser Methode können Verletzungen, Fehlhaltungen, Bewegungsmangel, Muskelverwachsungen und Bewegungsstörungen vorgebeugt und gelindert werden. Die Stärkung der Leber, der Milz und der Niere wird bei dieser Methode berücksichtigt, da eine QI-Schwäche in diesen Organen für Erkrankungen des Bewegungsapparates verantwortlich ist.

Leber-Qigong

Die Leber sorgt für den freien Fluß des QI, der wiederum entscheidend ist für die Erhaltung aller Körperfunktionen und somit maßgeblich für unsere Gesundheit. Leber-Qigong löst QI-Stagnationen in der Leber und hat präventive und therapeutische Wirkung auf Leber- und Gallenbeschwerden.

Magen- & Milz-Qigong

Da die Milz die Nahrung in die nährenden Substanzen QI und Blut umwandelt, ist die Funktion der Milz die Grundlage der Existenz des Menschen. Man sagt, die Milz und er Magen sind die Vorfahren der Organe. Das QI der anderen Organe (Herz, Lunge, Niere, Leber) stammt aus der Milz. Milz- und Magen-Qigong wirkt präventiv und bekämpft Krankheiten des Stoffwechsel- und des inneren Sekretionssystems wie Verdauungsstörung, Verstopfung, Magengeschwür, Magensenkung, Diabetes usw.

Nieren-Qigong

stärkt Vitalkraft, Nieren sind die Wurzel des Lebens, sind für Wachstum und Fortpflanzung und Entwicklung verantwortlich, beherbergen die Essenz. In Zusammenhang einer Nierenschwäche können Krankheiten wie Wassersucht, Regelstörungen, Ohrensausen, Schmerzen im Hüftbereich, sowie Schlaflosigkeit, Vergeßlichkeit, Antriebsarmut und Depressionen. Im Nieren-Qigong wird versucht das Ursprungs-QI (Yuan-QI) zu nähren, um die oben genannten Erkrankungen zu bekämpfen und vorzubeugen und somit den Gesundungsprozeß zu fördern.

Augen-Qigong

Das Augen-Qigong hilft bei Sehkraftschwäche, Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Grünem Star und Grauem Star und Altersweitsichtigkeit. Lindernd und vorbeugend wirkt das Augen-Qigong bei all diesen typischen Augenerkrankungen.

© DI Kurt Assam, Schüler von Meister

Dr. Xiaoqiu LI - “7. Dan Daoyin Yangsheng Gong”