Donnerstag 28. August 2008


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Karte Museum für Völkerkunde

DAS MUSEUM FÜR VÖLKERKUNDE

Das Museum für Völkerkunde Wien zählt zu den bedeutendsten ethnologischen Museen der Welt. Zu seinen besonderen Schätzen zählen neben den von James Cook auf seinen Weltreisen 1768–1780 erworbenen Sammlungen aus Ozeanien und Nordamerika, altmexikanische Federarbeiten und andere Kostbarkeiten aus Amerika, Afrika und Indonesien, die sich bereits 1596 in der Sammlung des Erzherzogs Ferdinand von Tirol aus Schloss Ambras befanden. Berühmt ist das Museum auch für die große Brasilien-Sammlung, die Johann Natterer in den Jahren 1817–1836 anlegte, und für seine hervorragende Kollektion von Bronzen aus dem westafrikanischen Königreich Benin. Mit rund 14.000 Gegenständen ist die Sammlung, die Erzherzog Franz-Ferdinand auf seiner Weltreise 1892/3 zusammentrug, der größte Einzelbestand des Museums.

Die Ursprünge des Museums für Völkerkunde Wien reichen zurück ins Jahr 1806, als mit dem Erwerb eines Teils der Cookschen Sammlungen eine eigene "k.k. Ethnographische Sammlung" im kaiserlichen Hofnaturalienkabinett eingerichtet wurde. Seit 1876 wurden die stark angewachsenen Bestände in der Anthropologisch-Ethnographischen Abteilung des Naturhistorischen Museums verwaltet. 1928 erfolgte schließlich die Gründung eines eigenen Museums für Völkerkunde im Corps de Logis der Neuen Burg. Seit 2001 ist das Museum Teil der wissenschaftlichen Anstalt "Kunsthistorisches Museum mit Museum für Völkerkunde und Österreichischem Theatermuseum".

Heute verwahrt das Museum für Völkerkunde Wien u.a. über 200.000 ethnografische Gegenstände, 25.000 historische Fotografien und 136.000 Druckwerke zur Kultur und Geschichte vorwiegend außereuropäischer Völker. Seit 2006 zählt zum Bestand auch das Humanethologische Filmarchiv Eibl-Eibesfeldt mit über 300 Kilometer Film über das Alltagsleben von fünf traditionellen Gesellschaften Afrikas (!Kung, Himba), Südamerikas (Yanomami) und Ozeaniens (Trobriand, Eipo und In-Yalenang).

Die Aufgabe ethnologischer Museen

Ethnologische Museen sind Archive von Dokumenten der kulturellen Vielfalt der Menschheit und der Veränderungen der Kulturen der Welt. Sie zeigen einen Teil der von ihnen bewahrten Gegenstände im Rahmen von Ausstellungen, die dem besseren Verständnis einzelner Kulturen oder Weltregionen gewidmet sind oder sich auf vergleichende Weise mit der Bandbreite menschlicher Kulturäußerungen und den Gemeinsamkeiten von Kulturen befassen. In ihrer Auseinandersetzung mit kultureller Fremdheit und mit dem, was alle Menschen miteinander verbindet, leisten ethnologische Museen einen wichtigen Beitrag zum Verständnis einer durch verbesserte Möglichkeiten der Mobilität und Kommunikation geschrumpften und durch Migrationsströme zunehmend multikulturellen Welt.

Das Bindeglied zwischen der Rolle der Museen als Archiven und ihrer Bildungsaufgabe stellt die Forschung dar, durch die verlorene oder verdeckte Sinnzusammenhänge wieder hergestellte oder offenbar gemacht wird. Diese Forschungstätigkeit schließt die Ergänzung der Sammlungen im Rahmen von Feldforschungen ebenso ein wie historische Untersuchungen zur Kultur-, Sammlungs- und Wissenschaftsgeschichte sowie materialkundliche und technologische Analysen.

Die Generalsanierung des Museums

Die Generalsanierung und bauliche Erweiterung des Museums, die im März 2004 seine zeitweilige Schließung nötig machte, betraf sämtliche Schauräume, die Objektmagazine, die Bibliothek, die Archive, die Büros, die Werkstätten und sämtliche Nebenräume. Der Wiederaufnahme des Sonderausstellungsbetriebs im Mai 2007 soll so rasch wie möglich die Neueinrichtung der Schausammlungen folgen, in denen viele der Schätze des Museums wieder der Öffentlichkeit zugänglich sein werden.